Groß Ilsede

Quelle unbekannt

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Rauchende Schlote, dampfende Kühltürme, rotglühende Feuer, Rattern der Werkbahnen! Das Hochofenwerk der Ilseder Hütte bestimmt das Bild von Groß Ilsede und ebenso das von Groß Bülten und Ölsburg, den Wohngemeinden dieses Industriezentrums, zu denen in einem etwas weiteren Kreise Oberg, Gadenstedt, Klein Ilsede, Adenstedt und klein Bülten hinzuzurechnen ist. Die Ilseder Hütte, das bei weitem bedeutsamste Wirtschaftsunternehmen des Landkreises Peine, hat hier ihren Ursprung. Am 6. September 1858 (nach Zusammenbruch einer zwei Jahre zuvor gegründeten Gesellschaft) wurde sie ins Leben gerufen zur Gewinnung und Verhüttung der in Groß Bülten- Adenstedt anstehenden Erze. Die vorher rein ländlichen Gemeinden der Umgebung wandelten ihr Gesicht, wuchsen zusammen, gewannen ein nahezu städtisches Ansehen.

Am 26. Juli 1953 ging ein imposanter Festzug durch Groß Ilsede. Die Gemeinde feierte ihr 900 jähriges Bestehen. Aber Anzeichen von menschlichen Siedlungen auf der Feldmark von Groß Ilsede gehen jedoch bis 700 vor Christi Geburt zurück. Die erste Urkundliche Erwähnung erfolgte in einem Dokument von 1053. In ihm übergibt Kaiser Heinrich III. den ganzen früheren Besitz des geächteten Tieme in den Dörfern Garmissen, Ilsede, Dungelbeck und Südbolzum der Kirche zu Hildesheim.

Vor nun 900 Jahren wird Ilsede verschenkt vom Kaiser an den Bischof, ja Bischof, o Freude, das bedenkt! Wenn Kaiser Heinrich ahnte, wie stolz der Ort noch blüht, so hätt` er sich wohl besser,
ja besser, um Ilsede bemüht.

Groß Ilsede gehörte zu den fünf Junkerdörfern (Equord, Gadenstedt, Groß Ilsede, Klein Ilsede und Oberg), unterstand also in der niederen Gerichtsbarkeit nicht dem Amtmann in Peine, sondern den Herren von Ilsede und nach deren Aussterben ab 1399 den Herren von Gadenstedt. Die Oberhoheit bezog sich auch auf Hand- und Spanndienste, auf vielerlei Zehnte, Abgaben und Privilegien. Im Dreißigjährigen Krieg litt Groß Ilsede sehr. Mancher Hof ging in Flammen auf, die Bewohner wurden ausgeplündert.

Am 3. Januar 1831 wurde das Gericht Gadenstedt, zu dem auch Groß Ilsede gehörte, aufgehoben und vom Staate übernommen.

Am 22 Januar 1852 wurde ein Receß aufgestellt zwischen dem Grafen von Schwicheldt und dreißig Ilseder Bauern: mit einer Summe von 1145 Reichstalern wird Kornzinsgefälle abgelöst. Am 18. Januar 1873 wurde ein ähnlicher Vertrag mit den Herren von Gadenstedt abgeschlossen. Jeglich junkerliche Oberhoheit war damit beendet.

Zu dieser Zeit florierte längst schon das Eisenhüttenwerk der Ilseder Hütte. Es hatte im jahre 1860 mit dem ersten Hochofen die Roheisenproduktion aufgenommen, hütte ilsedenachdem einige Monate zuvor, die Erzförderung der Grube Bülten - Adenstedt angelaufen war Ursprünglich wurde das erzeugte Roheisen hauptsächlich an Puddel- und Walzwerke in Westfalen veräußert. Erst ab 1872 wanderte es in das Peiner Walzwerk. Groß Ilsede, zu einer Industriegemeinde geworden, hatte schon sehr früh eine Ortsplanung, entstanden doch bereits 1906 bis 1908 die ersten Fluchtlinienpläne. Nach dem zweiten Weltkrieg vollzog sich die Hauptentwicklung am Ostrand und im Nordosten zum Ilseder Holz hin. Dort entstand auch (1962/65) das Schul, Kultur- und Sportzentrum des Landkreises mit Kreisgymnasium und Realschule, Sport- und Festhalle und einem Hallenbad, dessen Träger ein Zweckverband ist, dem die Gemeinde Klein Bülten, Oberg, Groß Lafferde, Groß Ilsede und Münstedt sowie der Landkreis angehören. In dem 1952/53 gebauten Kreismittelschulgebäude wurden die erste Sonderschule im ländlichen Bereich des Kreises und ein Teil der landwirschaftlichen Berufsschule untergebracht. Im Jahre 1962 entstand an der Hauptdurchgangsstraße eine neue Kirche für die katholische Gemeinde.

 

wappen_gr_ilsede