Groß Bülten

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Groß Bülten, Wohngemeinde mit über 2000 Einwohnern im Industriebezirk des Südkreises Peine, hat nicht desto weniger eine lange Geschichte. Es wird vermutet, daß es eine fränkische Siedlung ist, wie viele nach dem Blutbad in Verden an der Aller im Jahre 792 durch Karl dem Großen angelegt wurden. Damals erfolgte die Christianisierung des Fuhsetals, und unter Umständen haben - darauf deuten spätere Urkunden hin, - Mönche hier eine Kapelle gebaut. Das Dorf hieß früher Bultheim oder Bulten. Kaiser Lothar († 1137) nahm das Kloster Riechenberg (vor den Toren Goslars) in seinen Schutz und bekräftigte urkundlich, daß aller Grundbesitz dem Kloster zu belassen sei, wobei auch Land in Groß Bülten aufgezählt wird. Diese Urkund ist am 7. Februar 1131 ausgestellt. Am 25. Juni 1157 weilte Kaiser Barbarossa in Goslar und erneuerte die Urkunde durch seine Unterschrift.
 

Aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts stammte die Kapelle aus quadratischen Bruchsteinen, die erst 1904 abgebrochen wurde, um einem neuromanischen Gotteshaus zu weichen. Das Steinmaterial der Kapelle wurde zum großen Teil mit verbaut.

Im Jahre 1303 wird der Ort in einer Urkunde erwähnt als Sud Bultum inter Soltschen et Olesburg. In dieser Zeit wurden entlang der Fuhse Burgen errichtet, denn die Braunschweiger stritten mit dem Bischof von Hildesheim um die Gebiete östlich der Fuhse.

Der Dreißigjährige Krieg brachte großes Unheil über das Dorf. Um 1620 wurde Groß Bülten gebranndschatzt, und in der Endphase war eine Wranelsche Reiterschwadron einquartiert. Auch nach dem langen Kriege gab es keine Ruhe. Häufig entwickelten sich Streitigkeiten und kleine Fehden gab es laufend, bedingt durch die Tatsache, daß Ölsburg zu Braunschweig und Bülten zu Hildesheim gehörten.

Der große Wandel, heute noch fortwirkend, kam mit Gründung der Ilseder Hütte. Die Bültener Erze das wird zu einem Begriff- wurden zunächst im Tagebau gewonnen, und zwar beiderseits von Groß Bülten: im Westen durch den Tagebau Bülten- Ost (1886-1914). Diese Tagebaue wurden nach ihrer Erschöpfung verstürzt und wieder der landwirtschaflichen Nutzung zugeführt.

Groß Bülten wurde zur Arbeiterwohngemeinde, dehnte sich aus, begann mit den Nachbargemeinden zusammenzuwachsen. Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich der Wohnungsbau vor allem am Südostrande der Gemeinde in Verbindung mit der Erweiterung von Ölsburg.

 

 

 

 

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