Ölsburg

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Ölsburg zählt durch die am 1. April 1964 erfolgte Zusammenlegung mit Neuölsburg zu den größten Landgemeinden des Kreises. Ölsburg hat fast 3700 Einwohner. Es ist eine der ältesten Siedlungen im Fuhsetal. Im ersten Jahrtausend saß hier Graf Bodo auf seiner Burg war ein Verwaltungsmittelpunkt für die Beamten des Frankenkaisers.

Mit dem Tode Graf Altmanns im Jahre 1003 wurde sein besitz, wie er es testamentarisch festgelegt hatte, in ein weltliches Chorherrenstift umgewandelt, dem sich im 12. Jahrhundert eine geistliche Probstei angliederte. Einen Anteil, den Heinrich der Löwe an Ölsburg hatte, trat er an Bischof Bernhard von Hildesheim ab. Dieser abgetretene Anteil wird in der geislichen Probstei ununterbrochen bei Braunschweig genannt.

Aus dieser Teilung zweier Herren in das selbe Gebiet erwuchsen viele Streitigkeiten und Kämpfe, in deren Verlauf um 1300 zwei Burgen die Lauenburg (nahe der heutigen Lauenthaler Mühle) und die Papenburg errichtet wurden, die eine dem Herzog, die andere dem Bischof gehörig.

Wo heute im Ortskern von Ölsburg die Kirche steht, soll sich die Burg erhoben haben. Die Auseinandersetzungen dauerten das ganze Mittelalter hindurch an und fanden erst dadurch ihr Ende, daß Ebert von Bischofsroda, ein Vasall der Welfen und Inhaber des Lichtenberges, im Jahre 1529 dem Rat von Hildesheim, der damals das Amt Peine als Unterpfand besaß, beide Probsteien faktisch entzog und so in herzoglich- braunschweigerischen Besitz brachte.

Diese Entscheidung wurde endgültig durch den Frieden zu Braunschweig des Jahres 1643. Im Friedensvertrag wird die Herausgabe der Güter an das Stift Hildesheim geregelt, wobei die Probstei Ölsburg dem Hause Braunschweig- Lüneburg vorbehalten bleibt. So wurde Ölsburg zu einer kleinen braunschweigischen Enklave, ein Zustand, der drei Jahrhunderte andauerte.

In der Mitte des vorigen Jahrhunderts begann mit der Ansiedlung der Großindustrie der Aufschwung der Gemeinde. Es entstand die Schachtanlage Bülten-Adenstedt, die ein Erzlager abbaut, dessen Südteil zwischen dem den Orten Adenstedt und Ölsburg unmittelbar an der Erdoberfläche ansteht, so daß lange der Abbau im Tagebaubetrieb erfolgen konnte. Außer dem Erzbergbau war es das nahe Hochofenwerk, das starke Auswirkungen auf Ölsburg hatte und seinen Charakter wandelte. Erst mit Wirkung vom 1. August 1941 wurden Ölsburg/Neuölsburg, bis dahin braunschweigisch, Gemeinden des Landkreises Peine.

Im Rahmen des Volksfestes 1964 wurde fröhlich Hochzeit gefeiert zwischen Herrn Ölsburg und Fräulein Neuölsburg. Durch Beschluß des Niedersächsischen Landtages war mit Wirkung vom 1. August der Zusammenschluß der beiden Gemeinden in Kraft getreten, womit einem lang gehegten Wunsch der Bevölkerung nachgekommen wurde.

Neuölsburg hat eine sehr kurze Geschichte , deren Anfang und Ende genau datiert werden kann: es entstand am 11. juni 1875, und es hörte am 31. Juni 1964 zu bestehen auf. Um ihre Beschäftigten unterbringen zu können, hatte die Ilseder Hütte 1870 den 220 Morgen großen Steinmeyerschen Hof erworben und auf diesem Gelände Häuser gebaut. Schließlich wurde daraus eine selbständige Gemeinde: Neuölsburg. Bei der Vereinigung mit Ölsburg hatte  Neuölsburg  2232 Einwohner, mehr also als das alte Dorf mit 1451 Einwohnern.

 

 

 

 

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